Chris Metzen verlässt Blizzard

Mit einem spektakulären Abschiedsbrief verabschiedet sich Chris Metzen in den Ruhestand. Ich gehe davon aus, dass keiner Azeroth – so wie wir es kennen – so geprägt hat, wie Chris. Mit 42 wird er sich der Familie widmen, nachdem er über 20 Jahre an einer der erfolgreichsten Spiele-Schmieden mitgearbeitet hat.

Nicht alles an der W-Geschichte war okay, viele Ecken und Kanten und so einige Schwachstellen. Aber insgesamt hat das Warcraft-Universum die Güteklasse vieler anderer Universen (Star Wars, Star Trek, GoT, D&D, Elder Scrolls) erreicht und zum Teil für mich auch übertroffen.

Btw, schön in 2016 mal einen Nachruf für jemanden zu schreiben, der nicht gestorben ist.

Vielen Dank und mach’s gut, Chris!

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Legion Companion App

Die Legion Companion App ist seit gestern Abend im iTunes Store. Die Idee ist prinzipiell sehr gut: Aus einer App heraus kann ich meine Ordenshallen-Aufträge steuern, weitere Champions und Truppen anheuern, mich über Worldquests informieren und weitere Fähigkeiten erforschen. Zum ersten Mal ist mir das auf diese Art im F2P-MMO Neverwinter von Cryptic Studios begegnet, wo ich Berufsaufgaben per Browser steuern konnte. Blizzard selbst hatte ja auch schon mit der Armory-App Zugriff auf Auktionen zugelassen.

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Von vielen wird das Ding als das fehlende Draenor-Feature angesehen – ich denke da nicht so. Grundsätzlich ist es aber recht praktisch, kann ich doch tatsächlich meine Aufträge in den Class Halls schön von unterwegs aus steuern. Das kommt vor allem Gelegenheitsspielern entgegen, die nicht ständig den Client offen haben oder im Spiel sind.

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Über das iOS-Nachrichtensystem auch schön integriert: Die AppleWatch. So verpasse ich auch nicht, wenn ein Auftrag abgeschlossen ist.

Nachteile

Ich muss meinen Authenticator immer mit mir rumschleppen, wenn ich mich anmelden will. Blizzard-Accounts haben schon lange einen sehr hohen Sicherheitsbedarf, darum ist das Anmeldesystem zwar augenscheinlich recht sicher, aber sehr umständlich. Wenn ich das jetzt immer in der App machen muss, wird das ein bisschen viel und widerspricht dem „App-Gefühl“. Bin ich im Spiel, kann ich wiederum die App nicht benutzen, da ich damit meinen Spiel-Client auslogge.

Fazit

Ein schönes Ding zum Ausprobieren – mit leichten Schwächen. Ich werde mal berichten, wie sich das Ding nach 2-3 Wochen Benutzung anfühlt.

Sekundärliteratur

Ich weiß nicht warum, ich kaufe mir diese Hefte immer, wenn ich daran vorbeikomme. Die fachliche Informationsdichte ist minimal, das Artwork zweckgebunden und wenig ansprechend. Meine Meinung.

Aber es ist schon ein Phänomen, dass ein einziges Spiel eine solche Welle an Sekundärliteratur ins Leben gerufen und – zumindest für ein paar Jahre – ernährt hat. Dahinter stecken Redaktionen (natürlich alles Spieler), die dafür bezahlt werden, Informationen aus dem Internet zusammenzufügen und in ein Layout zu gießen. Ich will das nicht zu negativ klingen lassen: Das ist ein cooler Job und macht im richtigen Team bestimmt höllisch Spaß. Ich bin davon überzeugt, Inhalte könnten anspruchsvoller sein, besser aufbereitet, recherchiert. Das Layout könnte dem künstlerischen Anspruch des Spieles entsprechen (anstelle im Grunde aus Screenshots freigestellt zu sein). Man könnte Gilden interviewen, selbst Teil der Community sein, geben und nehmen und so. Man könnte Balance und Mechanik mit eigener Meinung betrachten, nebenbei podcasten, kritisieren, anstelle nur den Adventure Guide mit den Fähigkeiten der neuen Bosse abzuschreiben. Aber für 3 Euroirgendwas ist das schon ’ne coole Sache.

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Eines von diesen Heften

Ich kenne sogar Leute, die sind auf diese Hefte angewiesen. Sie spielen World of Warcraft aber der Rest der digitalen Welt hat sich ihnen noch nicht erschlossen. Das gibt den Auflagen durchaus eine Daseinsberechtigung, denn sie helfen, dass PUGs nicht im absoluten Chaos untergehen.

Wie auch immer, ich wünsche den Jungs, die hinter diesen Heften stecken auf jeden Fall noch einige Jahre Beschäftigung.