Die Legion ist da!

Obwohl ich zuletzt den Eindruck hatte, die Legion wäre mit ihren Invasionen nicht so wirklich erfolgreich gewesen (alle, an denen ich teilgenommen hatte, wurden zurückgeschlagen), ist die Legion nun trotzdem in Azeroth. Irgendwer muss also furchtbar gescheitert sein, denn nun ist die Malaise groß.

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Dryk und die Klauen des Ursol

Aber die Situation hat auch gute Seiten: Ich habe mich für meinen neuen, alten Main entschieden und spiele Dryk, den Druiden, zuerst auf die 110. Für Nachtelfen-Rollenspieler hält die aktuelle Erweiterung tatsächlich einen furiosen Auftakt bereit. Wer einen N811en spielt, muss quasi zuerst auch die Val’sharah-Questlinie machen. Wer am Warcraft-Lore interessiert ist und vielleicht auch einen Guardian spielt, der wird in den ersten 4 Stunden seine helle Freude an Legion haben. Später schreibe ich mehr dazu, über Malfurion, Cenarius und Ysera (oh, my!), aber das dürfte an dieser Stelle spoilermäßig noch zu früh sein.

Die Artefakt-Waffenquest des Wächters ist auch großartig, ausbalanciert und nicht zu kurz. Die Geschichte ist schlüssig, obwohl es natürlich ein bisschen seltsam anmutet, dass eine derartige Waffe bisher nie in der Geschichte erwähnt wurde. Val’sharah selbst ist auch wunderschön, aber damit kommen wir auch zu den nervigen Sachen.

Nerv, nerv!

Wer hat denn bitte die Gebiete entworfen? Die Verschachtelungen und mehrfachen Ebenen, die eine Mini-Map im Grunde sinnlos machen, sind mir schon in der Guild Wars 2-Erweiterung furchtbar auf den Keks gegangen. Es wirkt fast so, als wollten die Level-Designer mit aller Macht versuchen, das Gelände selbst und die darin versteckten Dinge zu einer Herausforderung zu machen. Es frustriert nur ungemein, wenn man ewig auf einem Hang herumreitet, von oben, von unten und am Ende doch nur über ein Tunnelsystem an die auf der Mini-Map markierte Stelle gelangt. Bäää.

Artef**kte!

Ich habe die Artefakt-Quest mit dem Demon Hunter und dem Todesritter gemacht. Wie gesagt, die Wächter-Quest war fantastisch. Die Demon Hunter-Quest war so dermaßen unspektakulär, dass ich gar nicht begriffen habe, dass ich die Waffen jetzt hatte – okay, dafür hatte der DH im Pre-Patch ja schon die Intro-Questlinie.

Die Todesritter-Quest war grausamer Mist. Ich bin noch nie so oft in einem Solo-Szenario gestorben – und das mit einem Blut-Todesritter! Dem Unkaputtbar-Char überhaupt! Ich war drauf und dran, ihn noch vor Beendigung auf die Charakterauswahl zu verbannen. Es ging auch nicht darum, dass ich das nicht als Herausforderung empfunden hätte – es war einfach nicht möglich, mit einem 702er-iLevel da durchzuquesten. Mir scheint das Balancing und Scaling noch heftig im Argen zu sein.

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Die Legion ist da! Und hat gute und schlechte Seiten.

So far, ich finde den Start der Erweiterung wesentlich besser als LunaHexe, aber es gibt schon Höhen und Tiefen.

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Die 100er-Batterie

Die Pre-patch-Phase hat es mir ermöglicht, so ziemlich jede Klasse, die ich zumindest ab und an gerne spiele oder spielen würde, auf die 100 zu leveln und mit iLvl 700+ auszustatten. Die Invasionen haben mich so schnell durch die Level geschossen, dass selbst Rjel mit 99 noch mit ihrem Level 50-Schild rumgelaufen ist. Passt.

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Witzigerweise werde ich die ganzen Chars in 6 Tagen erstmal gar nicht anpacken, muss ich mich doch immer noch für einen entscheiden, den ich ruhig, gemächlich und gründlich durch die Broken Isle spielen möchte. In den nächsten Tagen hole ich mir noch das eine oder andere Item, probiere vor allem Braumeister und Dämonenjäger in Inis, besuche vielleicht noch den LFR (den ich als Wiederkehrer gar nicht kenne) und schau‘ mir noch das eine oder andere Challenge Mode-Video an. Die finde ich immer spaßig.

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Rjel und ihr neuer Freund/Stalker

Dann werde ich auch hoffentlich Khadgars nervigen Diener nicht mehr sehen müssen – bis es Mr. K wieder einfällt, ihn mir auf den Hals zu schicken. Ach ja, in der aktuellen Invasionsphase braucht man weniger als 60 Stunden, um einen Charakter von 1 auf 100 zu bringen. Wenn ich früher mit Invasionen angefangen hätte, hätte ich wahrscheinlich noch mal jede Menge Zeit gespart.

State of the tank address

Ich stimme dem verlinkten Video hier nicht in allen Punkten zu, aber grundsätzlich komme ich über die unterschiedlichen Tanks zur selben Meinung. Ich habe den Demon Hunter zwar noch nicht so ausführlich gespielt, aber schon jetzt ist mir auch klar, dass lustigerweise die beiden Leder-tragenden Tanks (Bären zählen nicht: Die haben Fell) die abwechslungsreichste Spielweise vorweisen können: Dämonenjäger und Braumeister.

Ich glaube, um meinen Main herauszufinden (der natürlich ein Tank sein wird), werde ich würfeln müssen.

Endspurt

So langsam nähern wir uns der eigentlichen Erweiterung. Für einen Pre-Patch war (und ist) tatsächlich viel zu tun. Ich levelle immer noch meine Schamanin, die mir auch als Ele ziemlich Spaß macht. Die Invasionen sorgen dabei für ein schnelles & stetiges Anwachsen des Level-Balkens. Mittlerweile hat die jetzige Invasion keine Geheimnisse mehr, aber der nächste kleine Patch wird das wohl schon wieder ändern. Es ist ein Grind, aber er ist abwechslungsreich und kurzweilig.

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Matticus braucht übrigens 12h für die 110. Diesen Ehrgeiz habe ich nicht. Ich muss mich viel eher entscheiden, welcher Char denn mein Main werden soll. Über 5 Erweiterungen habe ich mit Herz & Blut den Druiden als Bär gespielt. Mit dem bin ich heute noch einmal in 2-3 Ini-Runs gelaufen und er wirkt doch arg farblos. 1 Charge, der gleichzeitig ein Stun ist – mit 15 Sekunden CD. Ein anderer Charge hängt in den Talenten. Wenig Gruppentaunt und -kontrolle, wenig Mobiliät. Der Blut-Todesritter gefällt mir wesentlich besser. Ich würde mich in der Erweiterung gerne auf die Geschichte einlassen und alles erst einmal mit einem Charakter erspielen. Mal schauen, wozu ich mich entscheide.

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Auch unsere kleine Gilde muss sich entscheiden. Mit 4 übrig gebliebenden, bzw. wiederkehrenden Spielerchen dürfte das Erschließen des Contents dann doch ein bisschen schwer werden. Vielleicht können wir noch einzelne Spieler reaktivieren, so dass wir zumindest die 5er erfolgreich laufen können. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass wir uns das Gilden-Management noch einmal antun und Rekrutierung ausschreiben (oder die Gilde aufgeben und woanders einsteigen). Auch das wird die Zukunft zeigen.

levelling-03Ich konnte nicht widerstehen und habe auch noch einen Demon Hunter begonnen. Die Geschichte der Startzone und die (unglaubliche) Befreiung durch jemanden völlig Unerwarteten birgt schon ein wenig Gänsehaut. Der Demon Hunter selbst ist tatsächlich sehr spaßig zu spielen und erinnert ein wenig an den Krieger oder den Dolche-schwingenden Magier in Guild Wars 2: Sehr mobil, mit dem Potenzial, dass man sich selbst schwindelig spielt – aber spaßig. Die Geschichte um die Befreiung der Dämonenjäger und Maiev Shadowsong führt tief in die Vergangenheit der Kaldorei und man spielt sogar durch das Verlies, in dem Illidan Ewigkeiten gefangen war.

Alles in allem macht mir das Spiel gerade viel Spaß. Viel Lore, im Grunde auch einiges zu tun (wenn es nur schon immer so gewesen wäre) und einige Freunde online, mit denen man immer was machen kann. Cool.

Sekundärliteratur

Ich weiß nicht warum, ich kaufe mir diese Hefte immer, wenn ich daran vorbeikomme. Die fachliche Informationsdichte ist minimal, das Artwork zweckgebunden und wenig ansprechend. Meine Meinung.

Aber es ist schon ein Phänomen, dass ein einziges Spiel eine solche Welle an Sekundärliteratur ins Leben gerufen und – zumindest für ein paar Jahre – ernährt hat. Dahinter stecken Redaktionen (natürlich alles Spieler), die dafür bezahlt werden, Informationen aus dem Internet zusammenzufügen und in ein Layout zu gießen. Ich will das nicht zu negativ klingen lassen: Das ist ein cooler Job und macht im richtigen Team bestimmt höllisch Spaß. Ich bin davon überzeugt, Inhalte könnten anspruchsvoller sein, besser aufbereitet, recherchiert. Das Layout könnte dem künstlerischen Anspruch des Spieles entsprechen (anstelle im Grunde aus Screenshots freigestellt zu sein). Man könnte Gilden interviewen, selbst Teil der Community sein, geben und nehmen und so. Man könnte Balance und Mechanik mit eigener Meinung betrachten, nebenbei podcasten, kritisieren, anstelle nur den Adventure Guide mit den Fähigkeiten der neuen Bosse abzuschreiben. Aber für 3 Euroirgendwas ist das schon ’ne coole Sache.

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Eines von diesen Heften

Ich kenne sogar Leute, die sind auf diese Hefte angewiesen. Sie spielen World of Warcraft aber der Rest der digitalen Welt hat sich ihnen noch nicht erschlossen. Das gibt den Auflagen durchaus eine Daseinsberechtigung, denn sie helfen, dass PUGs nicht im absoluten Chaos untergehen.

Wie auch immer, ich wünsche den Jungs, die hinter diesen Heften stecken auf jeden Fall noch einige Jahre Beschäftigung.

Tab targeting in 7.0.3, die Zweite

Es ist dann doch immer ein bisschen komplizierter, als man denkt. Wir erinnern uns: Mit Patch 7.0.3, dem Legion pre-patch, hat Blizzard das TAB-Verhalten verändert. Irgendwie funktionierte das Aufschalten der Gegner per Tabulator-Taste nicht mehr wie früher – LunaHexe fasste das Phänomen in einem Beitrag zusammen. Wie kommen die darauf, etwas zu ändern, was eigentlich funktioniert? Weit gefehlt.

Grundsätzliches zum Tab targeting

Um mit etwas in der Welt in World of Warcraft interagieren zu können, muss man es anvisieren. Bestes Beispiel ist der Kampf. Wenn ich einen bestimmten Gegner angreifen will, reicht es, wenn ich ihn per Klick oder per TAB-Taste markiere. Der gewählte Gegner wird dann auf dem Bildschirm hervorgehoben. Wenn ich nun einen anderen Gegner markieren möchte, kann ich das per Mausklick tun. Im Eifer des Gefechts sind aber Bildschirme meist so voll, dass der Mauszeiger gar nicht mehr zu sehen ist. Dann verwendet man die TAB-Taste, die der Reihe nach durch die einzelnen Gegner durchschaltet – möglichst vorhersehbar: Nahe Gegner zuerst, von links nach rechts, keine Gegner hinter dem Char auswählen.

Für Tanks macht das Sinn. Und damit könnte es auch enden. Es gibt aber meist noch mehr Spieler und die nutzen Tabbing ganz anders.

Wenn man also die Patches der Vergangenheit recherchiert, stellt man fest, dass die TAB-Regeln schon oft geändert worden sind (und nie jemand wirklich damit zufrieden ist). Die Mechanik ist aber auch nicht ganz so trivial. Als Tank habe ich andere Anforderungen an das tabben als ein Ranged. Als Heiler will ich nur durch die eigene Gruppe tabben? Quatsch will ich gar nicht, dafür habe ich doch die Funktionstasten oder einen Healbot. Aber im Raid? Bei bestimmten Bossmechaniken würde tabben besser anders funktionieren. Die Anforderungen und Möglichkeiten sind endlos.

Auf in die /console

Darum hat Blizzard die Steuerung des TAB-Verhaltens kurzerhand in Konfigurationen ausgelagert. Dort können Werte angegeben werden, die das tabben definieren. Normalerweise kann man das über die Interface-Einstellungen ändern, in diesem Fall sind die Definitionen aber versteckt. Man erreicht sie jedoch mit einem Trick: Im normalen Chat-Fenster gibt man einfach einen bestimmten Befehl ein und setzt damit den Konfigurationswert. Beispiel:

/console TargetNearestUseOld 1

Der Befehl folgt also immer dem Format /console <schlüssel> <wert>. Hier sind die ganzen Optionen und deren Erklärungen (ich habe das mal von hier frei übersetzt):

  • TargetNearestUseOld – Benutze die pre-7.0 ’nähestes Ziel‘ Funktion. Voreingestellter Wert: 0
  • TargetPriorityAllowAnyOnScreen – Wenn 1 gesetzt und kein 100% korrektes Ziel ist erreichbar, erlaube das Aufschalten irgendeines validen Zieles in Reichweite (Wert 2 = erweitern auf außer Reichweite). Voreingestellter Wert: 1
  • TargetPriorityCombatLock – 1=Beschränke TAB-Verhalten auf im Kampf befindliche Ziele, wenn man mit einem im Kampf befindlichen Ziel anfängt. 2=Beschränke auf nur mit dem Spieler im Kampf befindliche Ziele. Voreingestellter Wert: 1
  • TargetPriorityIncludeBehind -Wenn gesetzt, werden auch hinter dem Spieler befindliche Ziele in die Rotation aufgenommen. Voreingestellter Wert: 1

Es gibt noch weitere Optionen (z. B. speziell für PvP), die kann man im Quellartikel einsehen. Es ist auch die Rede von einem speziellen AddOn für solche versteckten Konfigurationen, aber da bin ich nicht so Fan von.

dummy-sw

Also, auf nach Sturmwind oder in die nächste Dummy-Ecke und die beste TAB-Config ausprobieren. Viel Spaß!

Illidari

Ich mag ja den Warcraft-Lore – schon immer. Auch, wenn er in einigen Zeiten echt cheesy und ziemlich facepalmig rüberkommt („I will fulfill my destiny!“). Vor allem die menschliche Rasse wird oft von Schmachtschinken-Fantasy geplagt. Und von Kung Fu Panda, der obligatorischen Parallel-Welt-Storyline (die für mich immer noch am unglaublichsten ist) und dem ganzen Eigen-Recycling (TBC > LEG), sowie der furchtbaren Gul’dan-laufen-lassen und Gul’dan-tötet-Wrynn-Geschichte will ich gar nicht sprechen.

Aber den Dämonenjäger, den haben sie jetzt mit einem eigenen Hintergrund-Video versehen und das ist absolut amtlich.

Werde wohl dann doch einen Dämonenjäger beginnen. Das Heldenklassen-Setting ist großartig und genauso dicht, wie das des Todesritters. Es gibt sie, die guten Geschichtenschreiber bei Blizz.

Also, wer für diese Comic-Inszenierungen zuständig ist, der kann sich von mir ’nen dicken Kuss auf die Wange geben lassen!

Tipps für’s Levelling

Hmmmmm. Ich muß zugeben, ich war ein bisschen zu neugierig und habe mir die Tipps für’s Levelling in Legion angesehen (gibt’s auch als Video). Mal völlig abgesehen von den inhaltlichen Fragwürdigkeiten: Diese Komplexität versteht doch kein Mensch mehr! Ich frage mich, wie sich ein WoW-Einsteiger die 100 bis 110 erschließen soll, ohne einen Bock zu schießen. Ich warte auf den ersten, der sich seine Artefakt-Skillung verhunzt und nun einen eeeeeewigen Grind braucht, um das wieder zu reparieren.

Beachtet auch dringend die Kommentare unter dem reddit-Post, dort wird nämlich heftig diskutiert, welche Tipps nun gut und welche schlecht sind. Am Ende wird man sich da wieder selber durchbasteln müssen – es nimmt einem ja keiner ab. Ich mag zwar auch keine geführten, linearen Zonen: Die Startquest Draenor oder auch gerade frisch das Start-Szenario im Pre-Patch finde ich eigentlich nicht so gut. Aber so ein wildes hin und her ist meiner Meinung nach auch wieder kontraproduktiv.

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Dryk, mittlerweile ein Fel Guardian

Am liebsten würde ich gerne ab und zu mit meinen Online-Freunden die Questreihen zusammen machen können. Die dynamischen Quests in Guild Wars 2 haben sich dazu immer hervorragend geeignet – auch, wenn man im Level unterschiedlich war. Verdammt, selbst das Grinden in EQ war nur in der Gruppe zu machen – vollkommen ohne Quests.

Dann wiederum kann ich auch durchaus mal ein paar Stunden alleine rumlaufen – man ist eben nicht immer gleichzeitig online. Ich habe den Eindruck, als ziele dieses komplexe System mit den Zonen und den Artefaktwaffen einzig und alleine darauf ab, dass auch ja jeder Spieler den vollen Content spielt. Nur so kann ich mir erklären, dass ich für meine Klassenhallen-Resourcen und meine Artefakt-Magie und später auch den Gear gezwungen bin, jedes kleinste Detail zu machen – zwar augenscheinlich offen und frei, aber dennoch besser in einer bestimmten Reihenfolge.

Der Artikel Multispeccing Artefacts beschreibt übrigens sehr ausführlich das Artefakt-System, vor allem für Leute, die bisher gerne mit mehreren Specs rumgelaufen sind.

Warum erfindet man eigentlich die frei wählbaren Spezifikationen, um sie dann mit einem gruseligen Grind wieder zu verhindern? Wenn jemand da mal einen Bluepost zu findet, wäre ich dankbar.

Abendruns

Am Abend schnell noch ein paar Normale gelaufen – Skyreach und Auchindoun – um beim Leveln von Chars mitzuhelfen. Mit 702er Gear reichlich unauffällig. Was ich schon ein bisschen doof finde ist, dass das ja alles mal coole Encounter waren, dass aber das Gear jeglicher, kniffliger Mechanik ein Ende setzt. Das ist in Guild Wars 2 natürlich besser umgesetzt. Dafür geht aber eigentlich auch jegliches Progress-Gefühl verloren.

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Es ist nun schon cool, wenn man irgendwann auf einmal einen Boss legt, der vorher aufgrund der fehlenden Ausrüstung einfach nicht möglich war.

Karazhan 7.1

Oh! Jetzt bin ich überrascht. Scheinbar hat man bemerkt, dass fehlender Content keine gute Sache ist. Jedenfalls fühlt man sich nun bestärkt, Content mit Prio #1 zu liefern. Ich weiß nicht mehr genau, wann dieses „Zu wenig Content“-Feedback angefangen hat, es muss so etwa kurz nach dem Firstkill von Onyxia gewesen und seitdem nicht mehr abgerissen sein. Aber genug davon – das wissen alle, die dieses Spiel spielen und sie spielen es trotzdem.

Leider habe ich den Anschluss an das Blizzard-Team verloren. Ich weiß nicht mehr, wer wann wofür zuständig war oder ist. Das ständige Umkrempeln der Klassen und Balance lässt vermuten, dass regelmäßig jemand anderes hinter den Reglern sitzt. Man darf nicht vergessen, dass der Klassen-Neubau auch immer zwei Aspekte mit sich bringt:

  • Das Spiel fühlt sich selbst für die gelangweilten Haudegen wieder neu an und ich habe endlich einen Grund, im /2 zu heulen: „Meine Klasse macht zu wenig/zu viel Schaden. Ich bin total generft/gebufft. Habt ihr das auch?“ – gestern noch gelesen.
  • Durch Umbau der Klassen können alte Encounter-Mechaniken wieder als neue Herausforderungen gebaut werden, weil man die Skills, die man zum Kontern dieser Mechaniken hatte, auf einmal nicht mehr besitzt. Dungeonbuilding 101.

Ich habe noch kein Spiel erlebt, wo an der Balance ständig so rumgeschraubt wurde. Das sieht nach Methode aus und soll aus meiner Sicht die inhaltliche Dürre verschleiern. Aber das ist okay. Man bekommt praktisch ein neues Spiel in einer Welt, die man doch in- und auswendig kennt.

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Zurück in den Turm

Wie auch immer: Karazhan it is. Ich habe prinzipiell gute Erinnerungen an Karazhan. Es war eine Zeit, in der ich kurz darauf mal wieder in eine Pause ging, das weiß ich noch. Es war leider auch eine Zeit des großen Gilden-Sterbens (40>25>20>10 anyone). Es war auch Server-Hüpfen-Zeit. Aber grundsätzlich mochte ich die für heutige Verhältnisse dichte Storyline um Medivh und seinen Turm. Ich gehe mal davon aus, dass Kara damals und Kara heute allerdings außer der Örtlichkeit nicht viel gemeinsam haben werden. Aber eine abendfüllende 5er könnte ich mir gut vorstellen. Und wenn Patch 7.1 tatsächlich mit dem Legion-Launch auf die PTRs geht? So sind wir ja noch nie verwöhnt worden, Blizzard!

Ich dachte, Moroes wäre tot … oh, wait …

Aber hinter vorgehaltener Hand: Wenn das stimmt, was der gute Slootbag da sagt, bekommen wir eine riesige 5er (9 Bosse) direkt unter Dalaran, ganz im Stil der Blackrock-Tiefen, die ich gerade mit meiner jungen Schamanin nochmal besucht habe (meine Güte, klingt das anrüchig!). Normalerweise würde ich davon ausgehen, dass der Patch erst kurz vor der Wintersaison an den Start geht, andererseits müsste das neue Kara ja raid-attunement sein, sprich: Man sollte durch Kara durch sein, wenn der Winter beginnt (so oft wie früher muss man ja mit Marken und Ausrüstungs-Rohitems und Spezialisierungs-Drops nicht mehr).

Das bedeutet: Wir bekommen einen Pre-patch, der uns das Gold aus der Garni nimmt, aber dafür eine neue Klasse (inkl. Startquest), ein Szenario, neues Glyphen-System, jede Menge Lore und neue Faction-Führer, regelmäßige Events, 701er-Chars und ein Versteckspiel und weitere kleine Story-Quest-Häppchen liefert. Dann launcht Legion mit leveln bis 110 und neuen Berufen (und allem was sonst noch so kommt). Wenn dann auch die Langsameren oder die Schnelleren mit ihrem 3. oder 4. Alt auf 110 sind, kommt der große 5er in Kara und noch „a small raid between Nightmare and Nighthold, that wraps up the Stormheim storyline„.

So viel Content und Glück ist schwer zu glauben. Da muss doch ein Haken an der Sache sein.